Freitag, 21. Dezember 2012

Palmöl

Vor wenigen Wochen habe ich mich entschlossen, weniger Produkte, die Palmöl enthalten, zu konsumieren.
Ich habe mal wieder darüber nachgedacht, dass es ethisch gesehen eigentlich keinen Grund gibt, nicht vegan zu leben. Eigentlich wäre es richtig, wenn jeder zumindest versuchen würde, seinen Konsum an tierischen Produkten stark einzuschränken, wenn er es auch nicht ganz schafft. Wie kann man es rechtfertigten, Eier an den Kuchen zu tun, wenn man nicht auf das Frühstücksei verzichten will? Sollte es nicht jeder zumindest versuchen? Dazu kam mir ein Gedanke, der schon länger unausgesprochen in meinem Kopf herum schwebte. Palmöl. Welchen Grund habe ich, dieses nicht zu reduzieren? Gar keinen. Es spricht eigentlich nichts dagegen. Dann probiere ich das doch einfach mal.
Irgendwann war ich zu sehr mit anderen Themen beschäftigt, um auch noch darauf zu achten. Wahrscheinlich hört niemand von einem Tag auf den anderen auf, alle Produkte zu konsumieren, die entweder tierische Bestandteile oder Palmöl enthalten oder unter unmenschlichen Bedingungen angebaut beziehungsweise hergestellt wurden, außerdem in Plastik eingepackt sind, aus nicht biologischem Anbau stammen und so weiter. Die Liste lässt sich ewig fortsetzen. Das ist gar nicht zu schaffen. So etwas braucht Zeit, aber die habe ich mir genug gelassen. Erst wurde ich Vegetarierin, danach Veganerin, irgendwann fing ich an, mehr fairtrade zu kaufen… All das wurde mit der Zeit zur Gewohnheit und fiel bald nicht mehr schwer, wobei ich mit der Umstellung auf fair noch nicht wirklich fertig bin. Aber ich brauche mir kaum noch Gedanken darum zu machen. Jetzt kann ich eigentlich auch meinen Palmölkonsum reduzieren. Dabei möchte ich mir gerne Zeit lassen. Ich habe nicht vor, von heute auf morgen völlig ohne Palmöl zu leben – so weit wird es wahrscheinlich eh nie kommen – aber ich möchte nicht weiterhin untätig sein. Was für die Produkte, die man kauft, geschieht, liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Ich möchte nicht, dass die Regenwälder gerodet, Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, die Lebensräume unendlich vieler Tiere zerstört werden, also möchte ich kein Palmöl konsumieren. Und auf den Weg da hin werde ich mich nun begeben.

Wie dieser Weg aussehen wird, das kann ich noch gar nicht sagen. Ich stehe noch weit am Anfang. Inzwischen habe ich meine Kosmetikprodukte bei Codecheck.info eingegeben und festgestellt, dass viele vor allem ein oder zwei Inhaltsstoffe enthalten, die Palmöl beeinhalten können. Zum Glück habe ich auch einige Produkte ohne Palmöl. Ehrlichgesagt besitze ich total viele Alverdeprodukte. Ich werde mal gucken, ob es eine offizielle Liste gibt, welche Produkte mit und welche ohne Palmöl sind, da die Listen, die ich bisher gefunden habe, nicht mit einander und den Informationen von Codecheck übereinstimmen. Ansonsten finde ich es auch gut, etwas von Alverde weg zu kommen, da dm die Produkte dieser Hausmarke ja leider von den Dalli-Werken produzieren lässt. Außerdem unterstütze ich lieber kleinere Naturkosmetikunternehmen. Leider erscheint mir das praktisch noch etwas schwierig umsetzbar.
Ich habe mir aber schon einige Gedanken zu Kosmetikprodukten, die ich derzeit verwende, gemacht. Mein Alverdeshampoo ist zufälligerweise ohne Palmöl, aber ich möchte mir trotzdem auf Dauer ein anderes, nicht in Plastik verpacktes Produkt suchen. Zunächst werde ich es wohl mit einem festen Shampoo von Lush versuchen, aber auf Dauer wäre mir eine Haarseife am liebsten, wobei es da schwierig zu sein schient, die richtige zu finden. Leider ist mein ersten Versuch damit ja auch gescheitert. Zum Duschen benutze ich seit einiger Zeit Alepposeife, also auch hier kein Palmöl. Mein Problem stellen dagegen Bodylotion und Handcreme dar. Vielleicht kann man lezteres durch nachhaltig angebautes (!) Kokosfett ersetzen. Ich habe ehrlich gesagt noch nie Kokosfett besessen. Da es aber generell eine ganz gute Alternative zum Palmöl darstellt, wird sich das wohl bald ändern. Vielleicht lassen sich auch Körperpflegeprodukte selbst zusammen mischen.
Besonders bei dekorativer Kosmetik besitze ich überwiegend Produkte, die potentiell Palmöl enthalten. Natürlich kann man jetzt sagen, dass ich mich nicht schminken muss. Und das ist ja auch richtig und ich will jetzt gar nicht versuchen, das abzustreiten oder mit dummen Rechtfertigungen anfangen. Ich möchte nur einfach nicht auf alles verzichten. Hier werde ich wohl genauer nachforschen müssen, welche preiswerteren Produkte frei von Palmöl sind, und ansonsten auf teurere Produkte umsteigen (müssen). So lange ich mir das leisten kann, finde ich das auch in Ordnung. Aber ich kann natürlich nicht davon ausgehen, dass ich das immer können werde.
Generell habe ich die Auffassung, dass weniger nun mal oft mehr ist. Brauche ich wirklich 20 Lidschatten in verschiedenen oder sogar teilweise sehr ähnlichen Farbtönen? Brauche ich zahlreiche unterschiedliche Cremes, um meine Haut pflegen zu können? Brauche ich wirklich unbedingt Haarpflege- und Stylingprodukte? Gibt es nicht auch nette Hausmittelchen zur Haarpflege? Und muss ich meine Haare täglich waschen und pflegen? Selbst wenn ich mich täglich schminke, reicht dazu nicht eine überschaubare Menge an Produkten? Wieso sollte ich Produkte ansammeln, die ich eh nur ganz selten mal benutze? (Denkt jetzt bitte nicht, all diese Negativbeispiele würden auf mich zutreffen^^)
Ich habe mir also überlegt, dass eine Wimperntusche, ein brauner Kajal oder sonstiger Eyeliner, eine Camouflage, ein Puder, ein Rouge, wenige Lidschatten in Farben, die ich auch wirklich trage, und ganz vielleicht noch ein Lippenstift eigentlich auch für mein tägliches Make-Up völlig ausreichen. Meine kleine Nagellacksammlung braucht eigentlich auch keinen großen Zuwachs mehr. Wobei meine Nagellacke zumindest kein Palmöl enthalten. Wie es mit der Kosmetik aussieht, werde ich euch dann von Zeit zu Zeit mitteilen.

Bei Lebensmitteln weiß ich noch nicht wirklich, wie ich das Ganze angehen werde. Ich esse zum Glück schon einmal nicht sooo viele Fertigprodukte. Aber zum Beispiel meine Erdnussbutter oder Margarine enthalten wohl Palmöl. Vielleicht werde ich mal bei dem Herrsteller meiner Erdnussbutter nachfragen, ob es sich bei dem enthaltenen Fett um Palmöl handelt, auch wenn ich mir die Antwort schon denken kann. Leider ist die Auswahl an fair gehandelter Erdnussbutter nicht sonderlich groß. Vielleicht werde ich mit fairtrade Erdnüssen selbst welche herstellen…
Eine Alternative für die Margarine fällt mir derzeit leider nicht wirklich ein. Klar, Sojola enthält kein Palmöl, aber dafür ist das enthaltene Soja wohl mit ähnlichen Problemen verbunden. Ich werde natürlich meinen Verbrauch an Margarine stark reduzieren und auch teilweise versuchen, sie durch Kokosfett zu erstezen, aber optimal ist das so noch nicht. Ich kann mir auch vorstellen, irgendwann gar keine Margarine mehr zu verwenden, aber meine Eltern sind schon genervt genug, dass ich vegan lebe und auf fairtrade achte, da werde ich das mit dem Palmöl von ihnen fernhalten. Ich erspar mir ehrlich gesagt lieber die Diskussionen, warum ich jetzt nicht mal mehr Margarine esse.

Alles in allem also ein sehr facettenreiches Thema und ich werde wohl noch etwas brauchen, bis ich da etwas mehr durchblicke. Aber ich merke jetzt schon, dass ich weniger Sachen kaufe, die ich nicht brauche, und viel mehr darauf achte, was alles Palmöl enthält. Irgendwie wird das schon noch. Zum Schluss kann ich euch noch die beiden folgenden Artikel von Cara ans Herz legen: Palmölvermeidungsstrategien – Teil 1: Nahrungsmittel ohne Palmöl und Teil 2: Kosmetik ohne Palmöl. Ganz viele liebe Grüße,
eure Frau Schäfchen

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