Dienstag, 14. August 2012

Die Liebe zum Zeichnen

Hier ist meine Geschichte im Bezug auf Kunst. Malen und Zeichen war schon von klein auf meine große Leidenschaft, auch wenn ich mich dem mit der Zeit immer weniger widme. Weniger Freizeit ist da nur ein Aspekt, aber darauf komme ich später. Als ganz kleines Kind habe ich meine ganze Freizeit damit verbracht – so kommt es mir zumindest vor. Sobald ich aus dem Kindergarten, wo ich auch oft gemalt habe, zurück zu Hause war, ging es erst einmal an den Schreibtisch, immer eine Geschichte im Kopf, die ich in Form von Bildern darstellen wollte. Ich habe damals unzählige Bilder angefangen, zu zeichnen, und war im Kopf schon beim nächsten, ehe ich das vorherige fertiggestellt hatte. Das lief auf unzählige angefange Bilder hinaus, die aber bloß nicht ins Altpapier durften – schließlich wollte ich sie irgendwann noch fertig malen, so sagte ich. Ich denke aber im Nachhinein, mir ging es eher darum, dass die Idee nicht weggeschmissen wurde, obgleich ich diese Bilder eh nicht mehr an geguckt habe. Damals wollte ich unbeding Schriftstellerin werden, um so meine Geschichten ausdrücken zu können. Die meiste Zeit habe ich eigens ausgedachte Charaktere, deren Leben ich im Kindergarten auch oft spielen wollte mit den anderen Kindern (die da, soweit ich mich errinnere, weniger begeistert von waren) gemalt. Aber ich hatte auch eine Tabaluga-Phase, wo ich immer den gemalt hab und mir auch zu ihm eigene Geschichten ausgedacht habe. Seit Kindergarten höre ich oft, wie toll ich doch zeichnen kann. Ich weiß aber nicht genau, was ich von solchen Kommentaren halten soll. Wer entscheidet, ob man gut zeichnen kann?


Auf diese Weise habe ich mir über Jahre hinweg selbst das Zeichnen beigebracht. Einen Kunstkurs oder so habe ich nie besucht. Wollte ich die längste Zeit auch gar nicht, da ich es gerade an der Kunst liebte und immer noch liebe, dass keine Regeln gesetzt sind. Nur den Kunstunterricht in der Schule hatte ich, aber da lernt man ja leider nicht sonderlich viel zu Zeichentechniken und Ähnlichem. Wobei ich die meiste Zeit einen Lehrer hatte, der sogar viel erklärt hat. Zu viel. Ich glaube, ich war die Einzige, die das interessiert hat und, die zugehört hat. Aber all zu viel gelernt habe ich da auch nicht. Ich habe einfach versucht, das mitzunehmen, was ich konnte. In der Oberstufe habe ich jetzt schließlich eine Kunstlehrerin, die zunächst wirklich etwas über Dinge, die man beim Malen/Zeichnen beachten muss/kann/sollte, erzählte. Zumindest so lange das noch dem Lehrplan entsprach. Das alles lief natürlich darauf hinaus, dass wir jetzt doch nur noch langweilige Kunsttheorie durchkauen.


Und meine Liebe zum Zeichnen heute? Heute zeichne ich nicht mehr so viel, aber das will ich ändern. Heute fällt es mir nicht mehr schwer, Bilder fertig zu stellen, wenn ich einmal mit einem angefangen habe, bei dem sich das lohnt. Ich habe zwar einige Ideen, aber häufig merke ich, dass diese Bilder doch nicht das sind, was ich darstellen möchte. Meine Einstellung zur Kunst hat sich geändert: Sie ist für mich heute mehr die Sprache der Seele, wie der Name einer SchülerVz-Gruppe, in der ich vor wenigen Jahren, als ich noch bei SchülerVz angemeldet war, lautet. Das trifft es aber zeimlich gut. Ich kann meine Bilder zwar nicht genau erklären, aber ich verbinde mit den meisten Gedanken und Gefühle. Sie sind nicht einfach nur Zeichnungen ohne Hintergrund für mich. Das ist auch ein weiterer Grund, warum ich Kunstunterricht nicht mag. Wie soll man die Darstellung von Gedanken und Gefühlen bewerten? Was ist gut und was schlecht? Kann man, wenn man ein Thema vorgegeben hat, überhaupt irgendwas, das in seinem Kopf herumschwirrt, darstellen?


Schriftstellerin will ich heute übrigens nicht mehr werden. Ich denke mir keine Geschichten mehr aus. Manchmal versuche ich es noch, aber es will mir einfach nicht gelingen. Ich weiß aber auch gar nicht, ob ich es je konnte. Eine vollständige Geschichte ausdenken ist schon schwierig und kann nicht jeder. Gut kann ich mir nur die Charaktere ausdenken. Und das tue ich ja auch irgendwie in meinen Zeichnungen.

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