Donnerstag, 19. Juni 2014

Yoga "Challenge"

Seit etwa einem Jahr ist Yoga fester Bestandteil meines Alltags. Bis zuletzt konzentrierte ich mich hierbei überwiegend auf die Asanas, also die Körperstellungen, im Rhythmus meiner Atmung. Geleitet wurde ich vor allem von den Youtube-Yoginis Erin Motz (Bad Yogi und die 30-Day-Yoga-Challenge auf DoYouYoga) und Amiena Zylla (HappyAndFitYoga) – ich kann euch die Kanäle auch nur ans Herz legen. Letzte Woche kaufte ich mir das Buch „All About Yoga“ von Kerstin Linnartz. Die offenbar bekannte Moderatorin – ich als Nichtfernseherin habe natürlich noch nie von ihr gehört – veränderte ihr Leben mit Yoga. So wurde aus der Frau, die von allem zu viel hatte, und nach einem anstrengenden Arbeitstag alleine in einem Hotel oder zu Hause vor dem Fernseher einschlief, eine ausgeglichene, starke und selbstbewusste Frau.
Yoga ist in mehrere Stufen eingeteilt und führt so von einem ethischen Umgang mit Anderen und sich selbst über Asanas und kontrollierte Atmung zur Meditation und schließlich zur Findung und Verwirklichung des höheren Selbst. Irgendwo ist das, wenn vielleicht nicht auf dem Wege der Körperstellungen und Meditation, der Weg, den jeder Mensch im Leben gehen möchte. Der Weg zu sich selbst.
Mich beeindruckt diese Art, seinen Weg zu finden, und so möchte ich sehen, ob es auch die meine ist. Auf diesem Weg stehe ich damit, dass ich mich bisher überwiegend mit dem körperlichen Teil des Yoga auseinandergesetzt habe, noch relativ weit am Anfang und bin dennoch in vielen Punkten schon sehr weit, ohne dass ich sie zuvor direkt mit Yoga verbunden hätte. Ich kenne mich selbst sehr gut und habe mich sehr viel mit mir auseinandergesetzt, ich habe unzählige Hobbys und Leidenschaften, mit denen ich meine Freizeit gestalte, eine davon ist dieser Blog, auf dem es wunderbar passend um die schönen Seiten des Lebens, die kleinen Dinge, die es lebenswert machen, und Gedanken und Eindrücke, die es bereichern, geht. Auch kenne ich durchaus einen ethischen Umgang mit Anderen und mir selbst – letzteres zumindest in der Theorie. Praktisch gehe ich häufig leider viel zu schlecht mit mir um. Jetzt bin ich an dem Punkt, an dem ich den Schritt gehen möchte, das zu ändern. Dafür gibt es einige private Gründe. Um es zusammenzufassen, läuft leider in meinem Leben vieles schief. Zuletzt ging meine Beziehung in die Brüche und im Nachhinein betrachtet habe ich mich für sie viel zu sehr verbogen. In Zukunft möchte ich mir auch in Sachen Liebe viel mehr selbst wert sein.
Wie durch Schicksal bin ich wenige Tage vor der schmerzlichen Trennung auf der Suche nach einer Toilette bei einer Radtour an einer Buchhandlung vorbei gekommen, die ich spontan betrat, um mir ein Buch über Yoga zu kaufen. Mit dem Gedanken hatte ich schon länger gespielt und er kam mir in diesem Moment in den Sinn. Es gab tatsächlich eine Hand voll entsprechender Bücher. Meine Wahl fiel auf „All About Yoga“, da es eine gute Einführung darzustellen schien, wunderschön gestaltet ist - das Auge liest natürlich mit – und ein ganzheitliches Yoga vertritt, das über Gymnastikübungen hinausgeht.

Weitergebracht hat es mich schon jetzt, da die yogische Atmung wunderbar erklärt wird. Ich hätte niemals gedacht, dass die richtige Atmung, an der ich nun arbeite, sich so sehr auf die Asanas auswirken würde, hatte ich doch schon zuvor Atmung und Bewegung verbunden. Aber tatsächlich funktioniert die Ausführung der Asanas durch die Atmung in Bauch und vollständigen Brustkorb viel besser. Ich kann deutlich weiter in Dehnungen gehen, alles ist intensiver und nach dem Yoga fühle ich mich ausgeglichen und einfach gut. Das gesamte Zeitgefühl hat sich verschoben. Ich führe auch Flows langsamer aus, da mein gesamter Atemrhythmus langsamer ist. Ich kann eine halbe Stunde Yoga machen und es kommt mir vor wie kaum mehr als fünf Minuten. Zuvor habe ich häufig nach fünf Minuten schlapp gemacht. Nun merke ich die Anstrengung kaum noch und fühle mich einfach stark.
Ich merke, dass ich jetzt an dem Punkt bin, an dem ich dem Yoga die Chance geben möchte, mein Leben zu verändern. Damit komme ich auf den Posttitel zurück. Nämlich habe ich mir überlegt, die nächsten Wochen täglich ein bis drei längere oder kürzere Yogasessions zu machen, und, auch ansonsten zu versuchen, die Grundgedanken des Yoga zu leben. So möchte ich respektvoll mit mir selbst umgehen und mich auch in diesem Sinne ernähren, neben den täglichen Yogaeinheiten möglichst zwei Mal in der Woche Radfahren und einmal Schwimmen, am besten sieben Stunden schlafen, mich meinen Hobbys widmen und neben der Zeit für mich natürlich auch den Kontakt zu lieben Freunden halten. Das sind alles Dinge, an denen ich mich schon ewig mal mehr, mal weniger erfolgreich versuche, aber in Verbindung mit Yoga erscheinen sie mir plötzlich besser umsetzbar.
Ich erwähnte vorhin ja bereits, dass der Blog sehr gut mit dem Yoga und meinem Vorhaben harmoniert. Genau aus diesem Grund soll er auch als kleines Tagebuch dienen, in dem ich aufschreibe, welche Erfahrungen ich mit erst einmal innerhalb der nächsten Wochen mache. Ich setze mir gar kein Pensum, was die Regelmäßigkeit dieser Posts angeht, sondern werde mich überraschen lassen, was ich als nennenswert empfinde. Keine Sorge - neben dem Yoga werde ich natürlich weiterhin über die hundert anderen Themen, die mein Blog hat, schreiben. Ich denke, so ist die viele Zeit, die ich nun als Single habe, mehr als gut gefüllt.

Namaste!

Kommentare:

  1. Dankeschön :)
    Vermutlich bei ihm zu Hause (auch wenn wir beide noch bei unseren Eltern wohnen) im Garten, er wohnt Ländlich, da passt das ganz gut. :)

    Liebe Grüße ♥

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  2. Dein Text klingt wirklich sehr überzeugend, ich bin sehr gespannt auf deine Erfahrungen mit dem Yoga im Alltag! :) Ich finde das sehr interessant und würde mich gern auch ein wenig da einlesen, leider habe ich für sowas momentan gar keine Zeit. :(

    Danke übrigens für deinen Kommentar, freut mich, dass dir die Tiere gefallen. :)

    Liebste Grüße :)

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  3. Keinesfalls sollte man sich für den Partner verbiegen. Das bedeutet langfristig das Ende der Beziehung.
    Eine Beziehung besteht aus 'Geben und Nehmen' sowie gegenseitiger Rücksichtnahme.

    Gruß Dirk

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