Donnerstag, 25. September 2014

Yoga Diary #4: Meditation

Namaste, meine lieben Leser!
In meinem letzten Yoga-Diary-Post hatte ich mir vorgenommen, nun wirklich mit der Meditation zu beginnen. Tatsächlich schien der Zeitpunkt ein sehr günstiger zu sein. Zum einen, da ich seit über einem Jahr schon fast täglich Yoga übe und somit beweglicher und geübter bin als damals als blutige Anfängerin, auf der anderen Seite, da ich gerade in einer Umbruchsitustion bin und es Zeit für Neues ist.
Da es doch irgendwie schwierig ist, alleine ohne Anleitung anzufangen, und ich zwischen zwei Umzügen auch nicht mit einem Kurs beginnen konnte (davon abgesehen, dass ich nicht sagen kann, wie es finanziell mit sowas bei mir aussieht), habe ich mich im Internet umgesehen und bin schließlich auf Youtube fündig geworden. Dort gibt es einen zehn wöchigen Meditationskurs, bei dem man von Sukadev, dem Leiter von Yoga Vidya (betreibt einige Yogazentren in Deutschland), angeleitet wird.
Ich bin gerade bei der dritten Woche und kann schon von vielen Fortschritten und positiven Veränderung in meinem Leben berichten. Die Meditation hilft mir, bewusster wahrzunehmen, positiver zu denken, öfter und weiter über den Tellerrand zu blicken und mich mehr und mehr auf meine Intuition zu verlassen.
Im Grunde könnte man erst einmal denken, es wäre langweilig, nur auf einem Kissen herum zu sitzen, und, nichts zu tun, aber so einfach ist das nicht. Tatsächlich ist es sogar ziemlich schwierig, seine Gedanken vorrüberziehen und ganz los zu lassen. Es steht im Kontrast zu dem, was wir in dieser Gesellschaft sonst meist machen, wenn wir irgendwo hin hetzen, mehrere Sachen auf einmal tun und tausend Dinge im Kopf haben.
 

Es gibt verschiedene Arten der Meditation. Geübt habe ich bisher aber nur zwei. Eine davon ist die Mantramediation, bei der man sich auf seinen Atem konzentriert und dabei innerlich ein kurzes Wort, das Mantra, beim Ein- und Ausatmen wiederholt. Dieses Mantra ist kein beliebiges Wort, sondern ein heiliges. Für die nicht Religiösen unter uns *hust*, kann man auch sagen, ein positives, harmonisches und friedliches. Meist nimmt man "Om", für die Hindus die heiligste aller Silben, aber genauso kämen natürlich auch deutsche Wörter wie "Frieden", "Kraft" oder "Glück" in Frage. Das ist jedem selbst überlassen.
Die Mantrameditation ist eine Bewusstheitsmeditation, bei der man tief in sich hineinhorcht und sich sowohl auf den Atem als auch auf alle Regungen des Geistes konzentriert. Beim Einatmen kommen oftmals neue Gedanken und beim Ausatmen versucht man alles, was im Kopf herum schwirrt, ganz loszulassen. In den Pausen zwischen dem Atem herscht Gedankenstille.
Bei Tatrak, einer Form der Licht Meditation schaut man wenige Minuten lang konzentriert in eine Kerzenflammen und schließt danach die Augen wiederum für wenige Minuten und blickt mit gechlossenen Augen leicht nach oben. Dabei schult man seine Intuition. Im Yoga stellt man sich die Intuition als ein drittes Auge vor, welches auf der Stirn sitzt. Tatsächlich beginne ich, mehr und mehr auf das zu achten, was mein drittes Auge sieht und mich darauf zu verlassen. Außerdem bringt mich die Lichtmeditation dazu vieles aus einem neuen, positiveren Blickwinkel zu betrachten und über einiges reflektierter zu denken.

Meist, wenn ich mich in der Meditation übe, kommen mir positive Gedanken oder ich gelange in einen ziemlich ruhigen Zustand, manchmal passiert aber auch nichts Besonderes. Aber das ist dann auch gut und soll in dem Moment eben so sein. Schließlich habe ich mir trotzdem einige Minuten nur für mich genommen und irgendetwas kann ich immer mitnehmen. 
Ich schreibe bewusst, dass ich mich in der Meditation übe, da ich noch ganz am Anfang stehe und mich nur bedingt fallen lassen kann. Ich habe mich, als ich begonnen habe, mich damit zu beschäftigen, oft gefragt, was Meditation eigentlich ist und, wie sie sich anfühlt. Das ist schwierig, zu beschreiben. Es handelt sich definitiv um eine Veränderung des Bewusstseinszustands, aber ich bin nicht weg, sondern wach und ganz bei mir. Ich denke, der Blick wird von außen nach innen gelenkt - dahin, wo man leider vielleicht oftmals zu selten hinguckt. Tatsächlich fühle ich mich vor allem nach der Mantrameditation, bei der ich ja einige Minuten lang die Augen geschlossen habe, etwas benebelt und bin meist auch erschöpft. Meditation ist eben durchaus anstrengend für den Geist. 
Wo der Weg mich hinführen und wie sich Meditation einmal anfühlen wird, vermag ich aber noch nicht zu sagen. Wenn ich erfahrener bin, kann ich ja noch einmal versuchen, meine Erfahrungen und Eindrücke zu beschreiben.


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