Samstag, 27. Dezember 2014

Menschen ändern sich

Dass Menschen sich ändern, hört man oft. Leider auch viel zu oft in einem negativem Kontext. Man denkt dabei doch vor allem an frühere Freunde, mit denen man sich auseinander gelebt hat oder von denen man gar enttäuscht wurde.
Anders herum geht es aber genau so gut. Man kann sich auch plötzlich mit Menschen, die man einst nicht mochte, gut verstehen. "Das kommt aber selten vor" mag jetzt der Ein oder Andere sagen und hat damit sicher nicht ganz unrecht. Die interessante Frage ist aber, wieso. Eine für uns Menschen offenbar naheliegende Antwort wäre natürlich, dass sich andere Leute allgemein eher zum (subjektiv) Negativen als zum (subjektiv) Positiven verändern. Aber, wenn man das jetzt direkt ausspricht, merkt man, dass es wenig plausibel ist.
Basiert nicht unser gesamtes Leben auf Veränderung? Entwickeln wir uns nicht immer weiter?
Wir machen Erfahrungen, ob nun positiv oder negativ, und diese verändern uns. Wir können aus alten Fehlern lernen oder uns mehr mit etwas beschäftigen, womit wir positive Erfahrungen gemacht haben. Werden vorsichtiger oder offener.
Oft betrachtet man andere und sich selbst aber als sehr konstant. 
Wie sehr und auch schnell man sich doch verändern kann, ist mir erst so wirklich bewusst geworden, als ich mein Tagebuch zum Abschließen des Jahres noch einmal gelesen habe. Ich selbst habe mich natürlich konstant erlebt, aber die Person die da vor wenigen  Monaten ihre Gedanken niedergeschrieben hat, war doch ein ganz anderer Mensch als ich es heute bin. Das hat mich wirklich fasziniert.
Dass man sich und andere als konstant ansieht, ist auch erst einmal gar nicht verwunderlich oder negativ. Schließlich ist die Zeit kontinuierlich und man verändert sich meist langsam. Außerdem wüsste man gar nicht mehr, woran man eigentlich bei jemandem wäre, wenn man städig alles Bisherige in Frage stellen würde.
Nun kommt das große Aber: Oft verschließt man sich gegenüber Leuten, die man einmal nicht mochte. Dadurch kann man gar nicht mehr feststellen, dass sich jemand so verändert hat, dass man ihn heute mögen würde.
Diese Einsicht kam mir an den Weihnachtstagen, da ich der Exfrau eines Verwandten, mit der er jetzt wieder zusammen ist, neu begegnet bin. Ich konnte sie früher nicht ausstehen, aber heute, muss ich sagen, finde ich sie eigentlich ganz nett.

Was denkt ihr dazu? Seid ihr auch schon einmal jemandem neu begegnet, den ihr früher unsympathisch fandet?

1 Kommentar:

  1. Hallo du Liebe,

    mit diesem Post sprichst du mir gerade aus der Seele und fasst die Gedanken, die mich in letzter Zeit umkreisen, haargenau zusammen. Das letzte Jahr war ein Jahr der Veränderungen für mich. Ich kam verändert von meiner Reise zurück und kam plötzlich nicht mehr mit Menschen klar, ohne die ich früher nicht hätte leben können, weil ich deren Veränderungen über die Jahre plötzlich bemerkte. Gleichzeitig fühle ich mich Menschen näher, die früher zwar um mich waren, mehr aber auch nicht. Es ist wirklich erstaunlich und ich muss sagen, dass ich froh bin, einigen von ihnen eine neue Chance gegeben zu haben. Bei dieser einen Person war es eine Kleinigkeit, die sich vor 10 Jahren ereignete, und die mich von da an nur Abneigung verspüren ließ. Zurückgedacht war dieses Verhalten einfach nur lächerlich und ich bin überrascht, wie gut wir uns jetzt eigentlich verstehen. Bei anderen stelle ich plötzlich Gemeinsamkeiten fest, die früher nicht bestanden haben, uns jetzt aber zusammenschweißen. Es ist wirklich verrückt... schön zu lesen, dass auch andere diese Erfahrungen machen. Ich muss dringend auch noch einen Post dazu verfassen ;)

    Liebste Grüße
    Jacy

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