Mittwoch, 7. Januar 2015

Spirituelle Gedanken: Leben im Hier und Jetzt

Wenn man durch ein fremdes Land reist, möchte man nicht einfach nur irgendwo am Ziel seiner Reise ankommen und sich die ganze Zeit über mit diesem Ziel beschäftigen. Wenn man durch ein fremdes Land reist, möchte man jeden Augenblick genießen und so viele Eindrücke wie möglich mitnehmen. Man möchte daran wachsen und ist völlig offen für neue Erfahrungen und dafür, dass man vielleicht auch einen ganz anderen Weg findet, als man einst geplant hatte.
Auch das Leben ist eine lange Reise durch ein fernes Land. Es gibt einem die Chance, so unfassbar viele Erfahrungen zu machen, und ist doch immer für eine Überraschung gut, wenn man ihm nur völlig offen gegnüber steht und auch einmal den Blick nach rechts und links richtet, statt mit Scheuklappen schnurstracks geradeaus durch die Welt zu gehen.

Das klingt so simpel, dass man oft vergisst, wie wenig wir Menschen eigentlich im Hier und Jetzt leben. Oft sind wir mit unseren Gedanken ganz woanders als unser Körper ist. In Gedanken packen wir schon die Tasche, während wir eigentlich noch am Frühstückstisch sitzen. Jetzt kommt wahrscheinlich bei vielen dieses "Ja, aber..." hoch. Was aber? Die Tasche ist dadurch auch nicht gepackt und das Frühstück hat man auch nicht genossen. Damit steht man sich nur selbst im Weg. Man ist oft mit den Gedanken schon bei der nächsten Sache, während man eigentlich noch etwas ganz anderes tut. Oft auch in der Vergangenheit oder Jahre entfernt. Teilweise auch in einer völlig fiktiven Situation. Damit leugnet man nur das Hier und Jetzt, dabei ist es alles, was man hat.
Man kann nichts gestern oder morgen tun, nicht eben und nicht gleich, nur jetzt. Die Gegenwart ist die Chance und alles, das man hat und jemals haben wird. Alles, das war ist nicht mehr, und alles, das sein wird, ist noch nicht.

Das sind ja auch nur die kleinen Dinge, mit denen es anfängt. Ähnlich, wie man auf einer Reise vielleicht an das nächste oder letzte Etappenziel denken könnte und dabei vergisst, dass man auch jetzt gerade in diesem Moment genau so in diesem aufregenden Land ist und man vielleicht die Schönheit des Ortes, an dem man sich gerade befindet, nicht beachtet. Aber wie viele Menschen leben wirklich nur für ihre Zukunft? Sie möchten vielleicht sogar ihr Leben lang irgendwo ankommen und übersehen darüber, dass sie doch längst da sind. Viele Menschen möchten nur in ihrem Beruf ankommen oder im Ruhestand, obwohl sie ihren Job doch eigentlich mögen. Ich meine damit ja auch gar nicht, dass man nicht von etwas wegkommen wollen sollte, das einem nicht gut tut oder nicht gefällt, sondern irgendwo wegkommen zu wollen, wo man doch eigentlich glücklich sein könnte, würde man nicht weg wollen.
Es geht im Leben - zumindest für mich, vielleicht ist das ja für euch anders - nicht darum irgendwo anzukommen, denn wo sollte das denn auch sein? Wenn man das weiterspinnen würde, wäre der einzige Ort, an dem wir endgültig und wirklich ankommen im Leben der Tod.
Man begibt sich doch auch nicht auf eine Reise, um wieder von dort zurück zu kehren, sondern um dort zu sein, so lange es einem vergönnt ist.
Es leben aber nicht nur viele Menschen für morgen, sondern auch viele für gestern. Sie haben ihr Leben gedanklich schon abgeschrieben und halten gedanklich nur noch an dem fest, was mal war. Man kann im Leben nichts festhalten, alles ist vergänglich oder wandelbar. Man hat nur diesen Augenblick.
Jeder kennt dieses klischeehafte: "Früher war alles besser!" oder noch schlimmer: "Damals, zu meiner Zeit..." - JETZT ist deine Zeit. Du lebst jetzt, nicht gestern und nicht morgen. Wenn du jetzt nicht wärst, könntest du das gerade gar nicht lesen.

Kommentare:

  1. Man, das ist echt der Hammer, du scheinst meine Gedanken lesen zu können. Vor zwei Tagen habe ich ein Post zu genau dem selben Thema angefangen und bastle seither daran rum... Wenn das so weiter geht, dann könnte man meinen, ich würde dich kopieren :D

    Sehr gut geschrieben auf jeden Fall! Und ein sehr guter Gedanke, der mich, wie gesagt, gegenwärtig auch umtreibt...

    Liebste Grüße
    Jacy

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  2. Ich habe gestern auch noch raus gefunden dass er sich, nach nicht mal 2 Wochen (!!!) des Streits, mit einer anderen aus dem Internet getroffen hat, die auf ihn steht... ich fasse es immer noch nicht... wie kann man so ein Arschloch sein? Ich habe mir die ganze Zeit noch Hoffnungen gemacht und auf Nachricht von ihm gewartet und was macht er? Er trifft sich mit einer anderen! Nach nicht mal 2 Wochen!!! Ich könnte immer noch ausrasten... ich war so schon sehr enttäuscht aber das hebt alles noch in ein ganz anderes Level der Enttäuschung.
    Ich kann verstehen was du meinst, ich würde mit mir selbst wohl auch keine Beziehung führen wollen (wegen der krankhaften Eifersucht halt). Aber was jetzt noch passiert ist, verändert sowieso alles. Im Grunde bin ich "froh" das erfahren zu haben, das macht es leichter für mich mit diesem Menschen abzuschließen, weil ich einfach extrem sauer und enttäuscht bin. Ok natürlich auch traurig weil ich scheinbar so leicht zu ersetzen bin (obwohl er mir gestern noch gesagt hat dass er mich liebt und jetzt erst verstanden hat dass er nur mich will, was ich ihm aber nicht glaube). Ach es ist einfach kompliziert... und ich weiß selbst nicht mehr was ich noch glauben soll. Im Moment habe ich das Bedürfnis einfach alleine zu sein und mich auf mich selbst zu besinnen und die Menschen die mich wirklich lieben.

    Dein Text ist wirklich toll und enthält so viel Wahrheit. Manchmal denke ich auch darüber nach, darüber dass ich mir viel zu viele Gedanken über die Zukunft oder Vergangenheit mache und lieber im Hier und Jetzt leben und den Moment genießen sollte...

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  3. Ich finde diesen Blogpost sehr, sehr schön! Ich befinde mich ja grade für längere Zeit im Ausland und im Moment versuche ich alles zu genießen und jeden Moment festzuhalten und so sollte es eigentlich immer sein! Du hast das super zusammen gefasst :)

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