Mittwoch, 1. April 2015

Momentaufnahme

In den letzten Wochen ereignet sich wieder vieles bei mir. Ich sehe mir selbst dabei zu, wie ich mich verändere - Stück für Stück. Jeden Tag gehe ich einen Schritt weiter in die Richtung, in die ich schon so lange möchte, nachdem ich so viele Jahre orientierungslos herumgeirrt bin. Ich bewege mich immer weiter von dem, an sich selbst zweifelnden und leider viel zu leicht zu verunsichernden, Menschen weg, der ich noch bis vor kurzem war, - hin zu einer Person, die zu sich selbst steht, um ihre eigenen Stärken und Schwächen weiß und diese akzeptiert und das, was andere sagen oder ausstrahlen, gelassener sieht und viel mehr hinterfragt.
Ich ernte endlich die Früchte meiner Arbeit. In den letzten Monaten, habe ich so viele Dinge in meinem Leben in Frage gestellt, neu aufwirbelt und immer wieder aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Habe geschaut, was mich ausmacht, was mir wichtig ist, was ich nicht mehr brauche und was mich aufhält. Und immer wieder kamen die Rückschläge. Immer wieder bin ich in alte Muster zurückgerutscht und war deprimiert und frustriet. Und dennoch bin ich weitergegangen. Aber genau wie diese Phasen, in denen nichts weitergeht, scheinen auch die Phasen dazu zu gehören, in denen sich vieles verändert. Das Leben verläuft nun mal niemals gradlinig, sondern manchmal kommt man schleichend voran auf dem Weg zu einem Ziel, das man sich gesetzt hat, geht vielleicht sogar für jeden Schritt, den man vorankommt, zwei zurück und manchmal passiert es ganz plötzlich und sprunghaft, dass man kleine Teilziele, die man noch in weiter Ferne glaubte, erreicht.
Ich kann es selbst auch gar nicht fassen. Ich bin selbst jedes Mal wieder überrascht, wie sicher ich mich eigentlich erst seit wenigen Tagen in der Gegenwart anderer fühle. Ich bin immer wieder verwundert darüber, dass ich nicht die ganze Zeit nervös bin, weil überall das nächste Fettnäpfchen lauern könnte, in das ich mit voller Wucht und scheinbar unaufhaltsan hineinstolpern könnte. Und wenn ich dann doch hineingetreten bin, merke ich meistens, dass es doch gar nicht so schlimm war, wie befürchtet. Natürlich ist es unangenehm, die falschen Worte zu wählen und die Situation, das andere Leute einen komisch finden, keine schöne, aber es ist doch an sich nichts Schlimmes. Ich drufte lernen: Die Angst davor ist meist schlimmer als die Sache selbst.

Manchmal ist es auch interessant, an einen Ort der Vergangenheit zurück zu kehren und ihn aus der heutigen Sicht zu betrachten. Wie es der Zufall so wollte, war am Sonntag der Tag, an dem ich meine ehemalige FSJ- Einsatzstelle besuchte. Oftmals weiß man im Nachhinein nicht mehr so ganz, wie etwas einmal war. Man weiß noch, wie man es empfunden hat, aber vermag nicht einzuschätzen, wie man es heute wahrnehmen würde.
Ich merkte, dass es schöner denn je war, anderen Menschen meine Güte entgegenzubringen, auch wenn ich dieses Mal natürlich nur als Besucherin da war und nicht in meiner früheren Rolle in der Pflege. Ich spürte auch, dass ich viel sensibler für positive und negative Energien geworden bin.
So kann ich sagen, dass mir die Arbeit wirklich fehlt und auch die Mitarbeiter aus meiner Schicht, was mir aber gar nicht fehlt ist die Dynamik. Mir fehlen nicht die Lästereien, der Stress und der Druck. Natürlich war mir das alles schon damals bewusst gewesen, aber heute spüre ich doch viel schnell schon: "Moment, da ist eine Negativität, die mir nicht gut tut." Früher habe ich mich noch viel zu sehr davon mitreißen gelassen. Früher hat es mich verunsichert und an mir selbst zweifeln lassen. Heute fällt es mir viel leichter zwischen den Gefühlen, die im Raum stehen und meine eigenen zu unterscheiden und mich davon abzugrenzen. Heute ist mir viel  klarer ich, dass nicht ich das Problem bin, sondern die Dynamik.

1 Kommentar:

  1. Dankeschön! Ja, habe versucht das beste draus zu machen und die Zweige einfach in den Fotos genutzt :) Meine Haare sind wirklich lang geworden aber bin am überlegen sie mir bis zur Schulter abzuschneiden, sie sind einfach so kaputt :( konnte mich nur noch nicht überwinden.

    Ich finde es toll dass du dich selbst so reflektierst und dass du immer mehr zu der Person wirst die du sein möchtest! Ich wünschte ich könnte das von mir auch sagen :(

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