Dienstag, 7. Juni 2016

Projekt: ein für alle Mal aufräumen

Ich bin seit je her leider sehr unordentlich. In meinem Kinderzimmer habe ich mir immer einen Weg durch die Spielsachen bahnen müssen. Als ich  Teenager war, wurde es auch nicht besser. An Stelle der Spielsachen, die zum Teil noch immer in den Schränken meines Zimmers oder auf dem Dachboden ihr Dasein fristeten, überfluteten Berge von Papier den Boden. Von meinem Schreibtisch möchte ich gar nicht erst anfangen. Nur so viel: Es gab einen guten Grund, warum auch Papierkram auf dem Boden war... Tatsächlich räumte ich damals sehr selten auf und wenn, dann nur den Schreibtisch und/oder Boden, aber die Regale blieben eine Müllhalde. Auch, war es natürlich sehr mühsam aufzuräumen, schließlich hatte sich viel zu viel Krempel angesammelt.
Besser wurde es eigentlich erst, als ich bei meinen Eltern auszog. Da war ich gezwungen nicht alles mitzunehmen. Nach und nach mistete ich im Zimmer bei meinen Eltern aus.
Ich war motivierter, mein neues zu Hause nun ordentlicher zu halten, damit es gar nicht erst wieder so weit kommt, und, um mir selbst zu beweisen, dass ich das hinkriege. Der Erfolg war sehr groß - im Vergleich zu vorher. Leider ist bis dato meine Ordnung immer noch weit davon entfernt, was man gemeinhin als Ordnung bezeichnen würde. Ich räume jetzt zwar mindestens wöchentlich auf, aber nach zwei Tagen siegt wieder das Chaos. Irgendwie habe ich versucht, mich mit dem Gedanken abzufinden, dass ich es akzeptieren muss, andauernd aufzuräumen, wenn ich keine Ordnung halten kann. Aber so wirklich glücklich bin ich damit nicht.
 
Jetzt gibt es für meine Wohnung einen Hoffnungsschimmer. Und bin ich im Internet über das Buch "Magic Cleaning"gestolpert. Ja, es gibt wahrscheinlich viele Bücher, die einem das neue, beste Aufräumsystem vermitteln wollen. Aber dieses Buch ist anders. Es passt wunderbar zu dem, was ich in meinem Leben schon länger lebe. Und zwar, dass ich das wertschätze, was mir wichtig ist und mich damit umgebe und das loslasse, was mir nicht mehr auf meinem persönlichen Weg weiterhilft und mich nicht mehr mit Freude erfüllt. In diesem Fall auf materieller Ebene. Denn man geht systematisch alle seine Gegenstände durch und fragt sich bei jedem: "Macht er mich glücklich?" Wenn er einen nicht (mehr) glücklich macht, verabschiedet und bedankt man sich bei ihm und gibt beziehungsweise schmeißt man ihn weg und, wenn er einen glücklich macht, dann behält man ihn und sucht ihm am Ende einen festen Platz.
 
Ich finde, dass Marie Kondo einige interessante Denkimpulse gibt. Zum Beispiel habe ich immer so gedacht, dass das Wegschmeißen das am wenigsten Wertschätzende ist, was ich mit einer Sache machen kann. Sie sieht es so, dass es schlimmer ist, einen Gegenstand in einer Ecke zu vergessen, und man ihn wertschätzt, indem man sich dafür bedankt, dass er seinen Zweck schon längst erfüllt hat. Außerdem kann man sich um die Dinge, die man besitzt, im einzelnen viel besser kümmern, wenn es weniger sind, und man nicht viel zu viel Zeit mit sortieren verbringt.
Auch habe ich immer gedacht: "Ausmisten würde auch nicht so vieles verändern, schließlich sind die Gegenstände, die immer herumliegen, ja jene, die ich regelmäßig benutze. Was macht es da aus, wie viel in meinen Schubladen liegt?" Nun bewerte ich das Problem anders: Dadurch, dass meine Regale vollgestopft mit Kram sind, den ich nicht benutze, haben die Sachen, die ich benutze keinen festen Platz. Und auch aufräumen kann gar nichts bringen, wenn man einfach nur Dinge irgendwie mit in das Regalfach quetscht.

Ein bisschen Schiss habe ich schon vor dem Aufräumen - vor allem vor dem Papierkram. Es soll am Wochenende losgehen. Marie Kondo empfielt "in einem Rutsch" aufzuräumen. Das muss nicht an einem Tag oder in einer Woche sein, sollte sich aber nicht ewig lang erstrecken. Das will ich auch gar nicht. Ich bin umso froher, je früher ich wieder meine Dinge besitze und sie nicht mehr mich!
Allerdings muss ich auch erst einmal das Buch zu Ende lesen.
 
Ich möchte euch ein auf meine Reise in ein ordentliches Leben gerne mitnehmen. Ich werde immer mal wieder Gedanke oder Fortschritte mit euch teilen. Ich denke, ich mache zu jeder Kategorie, die ich aufräume, einen Blogpost. Marie Kondo empfiehlt nämlich nicht nach Zimmern beziehungsweise Orten, sondern nach Kategorien aufzuräumen. Man beginnt dort wo es am einfachsten ist - bei der Kleidung -  und hört dort auf, wo es am schwierigsten ist - bei den Erinnerungsstücken.
Ein paar Dinge möchte ich aber auch anders machen, als in dem Buch beschrieben. Zum einen möchte ich nicht so viel wegwerfen, sondern die Dinge lieber weiterverkaufen oder verschenken, zum anderen möchte ich über das bloße in die Hand nehmen und sich fragen, ob etwas einen noch glücklich macht,
 
Ich bin mal so mutig und zeige euch ein Bild von meinem derzeitigen, ganz gewöhnlichen Chaos. Ich habe das letzte mal Samstag aufgeräumt und da auch - nicht nach Marie Kondo - einige Sachen ausgemistet, für die es nun einen neuen Eigentümer zu suchen gilt, und in die Tüten, die da herumstehen gepackt. In der Pappkiste hatte ich, als ich mal keine Zeit zum aufräumen hatte, Sachen zwischengelagert - ein fataler Fehler! Denn da sind sie erst mal geblieben. Aber interessanter ist eigentlich, dass meine Küchenarbeitsplatte und meine Kommode voll liegen, in meinem Regal Chaos herrscht und viele Gegenstände einfach irgendwo auf dem Boden liegen. Das finde ich alles total schade, vor allem, weil ich meine Wohnung an sich total mag. Ich verlinke euch hier mal den Post von nach meinem Einzug und damit, wie sie eigentlich aussehen sollte.
 
 

Kommentare:

  1. Ich war auch immer recht unordentlich (zB gab es diesen berühmten Stuhl, auf den die Klamotten der ganzen Woche lagerten) - was sich aber auch zum Glück mit dem Auszug bei meinen Eltern gebessert hat. Mir persönlich hat da geholfen wirklich nur das noch zu besitzen, was ich brauche. Das führt auch dazu, dass ich die Dinge, die ich noch habe, mehr zu schätzen weiß und besser damit umgehe - sie also auch an ihren Platz im Schrank zurück räume.
    Ich wünsch dir viel Erfolg beim Aufräumen! Und wenn man einmal bei ist, fängt es meist auch noch an Spaß zu machen. Weitere Posts zu dem Thema würde ich gerne lesen

    Liebe Grüße

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    1. Dann hat sich bei dir das, was Marie Kondo empfiehlt quasi durch den Umzug ergeben, ohne die direkte Empfehlung. Auch nicht schlecht ;)

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