Sonntag, 12. Juni 2016

Wie man sich beim Ausmisten mit sich selbst auseinandersetzen muss...

Marie Kondo empfiehlt, beim Aufräumen mit der Kleidung anzufangen, sich im Schwierigkeitsgrad immer weiter zu steigern, bis man schließlich bei den Erinnerungsstücken ankommt. Sie gibt den Impuls, dass man dadurch, dass man sich von Erinnerungsstücken trennt, mit der Vergangenheit abschließen kann, um im Hier und Jetzt glücklich zu sein.
 
 Ich habe also schön brav mit der "einfachsten Kategorie", der Kleidung angefangen. Doch schnell bin ich an einen Tiefpunkt beim Ausmisten gekommen. Bei vielen Kleidungsstücken war klar, dass sie mir gut gefallen, stehen und zu meinem Stil passen und mich glücklich machen. Bei anderen Teilen war mir klar, dass ich mich von ihnen trennen möchte. Aber dann gab es auch wiederum Kleidungsstücke, die mir gut gefallen, stehen und zu meinem Stil passen und mich nicht glücklich machen. Und fragte mich: Wieso?
Irgendwann dämmerte mir, dass daran Erinnerungen hängen. Ich habe viele Kleidungsstücke schon einige Jahre. Und gerade jene, die aus Zeiten stammen, in denen es mir nicht gut ging, rufen neben einem Gefühl von Freude über das schöne Kleidungsstück auch das negative Gefühl der Erinnerung hervor.

 Wenn sie nicht zu meinen Lieblingsteilen zählten und ich sie auch später noch andauernd trug, sodass die positiven Gefühle überwogen und viele verschiedene Situationen damit verknüpft waren, überkam mich bei der Frage, ob sie mich glücklich machen, ein beklemmendes Gefühl.
Ich möchte mit der Vergangenheit abschließen und im Hier und Jetzt glücklich sein und meinen neuen Weg gehen. Ich habe mich in den letzten beiden Jahren sehr verändert und möchte das Alte ein Stück weiter hinter mir lassen. Ich möchte es nicht verdrängen, sondern einfach mit dem Wissen, dass es einmal war, aber nicht mehr ist, meinen neuen Weg gehen.
Der Kreis schließt sich damit, dass in letzter Zeit einige neue Kleidungsstücke den Weg zu mir gefunden haben. Ich habe die meisten nicht aktiv gesucht. Ich war einfach zum Spaß auf Kleidertauschpartys und zu mir haben so viele Sachen gepasst. Es fühlt sich nun so an, als sollte ich mit diesen neuen Kleidungsstücken einen Neubeginn starten.
Ich finde es schwierig, zu entscheiden, welcher Gegenstand mir dabei im Weg steht und welcher mich weiterhin begleiten darf. Schließlich habe ich auch neben meiner Kleidung sehr viele Dinge, die ich schon länger besitze. Vielleicht ist es im Grunde auch einfach - wenn ich mehr das Gefühl, das mir bei einer Sache kommt, zulasse. Dafür hilft es mir neben der Frage, ob mich etwas glücklich macht, auch sehr, mich zu fragen, was jemand, der sich selbst liebt jetzt tun würde. Das ist die Frage, die einem Teal Swan in ihrem Buch "Heile dich durch Selbstliebe" für jede Entscheidung, die man zu treffen hat empfiehlt.
 
 

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